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Lewenzi

Dorf im Rayon Kelmenzi, Oblast Cernovtsi

Im Ort gibt es mindestens 4 Grablagen, darunter 1 Grablage im Zentrum des Friedhofes.

Dort sind etwa 100 deutsche Militärangehörige in einem Sanitärgrab bestattet.

Nach Bericht von Augenzeugen wurde der Ort im März 1944 durch die sowjetischen Truppen erobert, Die Zivilbevölkerung musst die verstreut im Ort liegenden Leichen der deutschen Soldaten zusammensammeln und in Sammelgräbern an verschiedenen Orten bestatten. Ein Teil wurde mit einem Pferdefuhrwerk zum örtlichen Friedhof gebracht und direkt ausserhalb des Friedhofzaunes in einer flachen Grube bestattet. Diese Stelle befindet sich heute etwa in der Mitte des Friedhofes. Die Leichen wurden nie exhumiert oder umgebettet und befinden sich nur in sehr geringer Tiefe. In diesem Bereich können keine weiteren örtlichen Bestattungen stattfinden.

Es befinden sich noch zwei weitere Sanitärgräber und ein Einzelgrab in der Ortslage (insgesamt ca. 220 Bestattete). An einem weiteren Sanitärgrab am Rande der Ortslage wurde durch den Volksbund im Jahr 2005 eine Teilexhumierung durchgeführt und dabei etwa die Hälfte (44) der dort Bestatteten geborgen (am 24.10.2005 vermutlich nach Potelitsch in ein Massengrab überführt). Seit dieser Zeit keine weiteren Aktivitäten, die Grablage auf dem Friedhof ist unberührt.

Friedhof Lewenzi Friedhof Lewenzi
Die Grablage befindet sich heute im Zentrum des Friedhofs Auf Grund der sehr flach liegenden Knochen sind dort keine Bestattungen möglich.

Auszug aus dem Befragungsprotokoll Lewenzi

22.07.2009, ca. 15.00 - 18.30 Uhr, Ort: Lewenzi, Rayon: Kelmenzi, Oblast: Cernovtsi

Augenzeuge, geboren und wohnhaft in Lewenzi, .......

Etwa am 26.03.1944 kamen deutsche Truppen aus Richtung des Dnestr und gingen Richtung Rumänien zurück, das ganze Dorf war mit deutschen Truppen besetzt. Die sowjetischen Truppen haben am 27. März sehr früh morgens das Dorf angegriffen. Die deutschen Kampfeinheiten waren sehr abgekämpft und müde und schlecht bewaffnet, einige hatten ein Gewehr, andere nicht. Das Dorf wurde durch sowjetische Truppen bei diesem Angriff erobert. Deutsche Soldaten, die gefallen waren, wurden dann am 28. oder 29. März 1944 auf unseren Dorffriedhof überführt und dort begraben. Es waren etwa 100 Gefallene, dies hat der Augenzeuge selbst gesehen.

Am 27.03. gab es einen deutschen Gegenangriff, der das Dorf wieder zurückeroberte. Die Opfer der Zivilbevölkerung bei diesen Kämpfen wurden ebenfalls, aber an anderer Stelle, auf dem Dorffriedhof begraben,.....

Fortsetzung Befragung auf dem Ortsfriedhof:

Hier an dieser Stelle wurden Gefallene aus dem gesamten Dorfbereich flach begraben bzw. teilweise nur mit Erde bedeckt. Bei der Überführung zum Friedhof hat mein Vater mitgeholfen, er musste das Gespann führen und die Toten aufladen. Ich war damals etwa 10 Jahre alt. Während die Gefallenen begraben wurden, haben wir Kinder und Jugendlichen am Zaun gestanden und zugesehen. Die Deutschen wurden hier begraben, unsere Soldaten an anderer Stelle. Unsere wurden aber später wieder ausgegraben und nach Kelmenzi überführt. An dieser Stelle konnten danach keine Beerdigungen mehr durchgeführt werden, weil man immer sofort beim Graben auf Knochen stieß. Früher war das der Rand des Friedhofes, jetzt ist es mitten auf dem Friedhof........