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Karachasch

Ort bei Krasny Lutsch (Oblast Donezk / Donbass)

Kgf.-Lazarett 6013 für Uprawlenije Krasny Lutsch 256

1948 wurde die 1 (Am Anfang der Zahl) bei allen Kgf.-Hospitälern mit einer 8 ausgetauscht (beispielsweise 1691 zu 8691). Einige der Kgf.-Hospitäler im Donbass-Gebiet hatten ausnahmsweise Nummern, die mit einer 6 anfingen, wie vielfach die Nummerierung der ORB's. (z.B. 6009 Golubowka, 6027 Gorlowka usw.)

In DRK II, S. 175f. berichtet ein Sanitäter:

"...Als ich Ende 1946 in das Kriegsgefangenenhospital Karachasch (6013, später Anthrazit) versetzt wurde, herrschten dort Zustände, die an die schlimmsten Zeiten im Lager 7256/6 erinnerten. Die Kranken waren in mittelgroßen Räumen untergebracht, wobei immer 3 Kriegsgefangene in 2 Betten lagen. Die Zimmer waren so schlecht geheizt, daß es mehrfach zu Erfrierungen kam. Auch an Decken mangelte es. sehr. Die Verpflegung war gering und keineswegs ausreichend, um eine wirksame Heilung der Dystrophie herbeizuführen. Wegen der großen Kälte in den Zimmern konnte man die Kranken nicht bewegen, das Bett zu verlassen, um sich zu waschen. Die wenigen als Sanitäter eingesetzten Rekonvaleszenten brachten ein bis zwei Schüsseln Wasser in das Zimmer, in dem sich dann 15 bis 20 Mann waschen mußten. Da ein großer Teil an Ruhr litt und die Bettwäsche vollkommen verschmutzt war, ließen sich Infektionen einfach nicht eindämmen. Zum Überfluß befand sich der Abfluß der Latrine dicht neben dem Brunnen (Keller), aus dem das Waschwasser geschöpft wurde. Alle Kranken waren verlaust. Unter diesen Umständen war die Sterblichkeit natürlich sehr groß. Als ich das Lager Mitte 1947 verließ, lagen auf dem Friedhof bereits über 400 Kriegsgefangene, davon 80 Prozent Deutsche. Im Verlaufe des Jahres 1947 bis zu meinem Verlassen des Lagers haben sich die Verhältnisse dann wesentlich geändert. Gegen Ende des Winters wurden plötzlich neue Öfen eingebaut und die Entlausung ernsthaft betrieben. Ein russischer Polizeioffizier verhinderte weitere Unterschlagungen der Lebensmittel, und der rumänische Lagerkommandant, der sehr wesentlich für die furchtbaren Verhältnisse verantwortlich war, wurde versetzt. Trotzdem verstarben auch in dieser Zeit etwa noch 80 Kriegsgefangene. Zu erwähnen ist noch, daß mehrere Heimattransporte das Lazarett verließen. In ihnen befand sich eine ganze Reihe von Kriegsgefangenen, von denen nicht erwartet werden konnte, daß sie lebend die Heimat erreichten. — Das Kriegsgefangenenhospital Karachasch erhielt seine Kranken aus den Lagern der näheren Umgebung, insbesondere aus den Lagern 7256/1 (Hauptanteil), 7256/6 und 7256/3. Eine unterschiedliche Sterblichkeit der Altersklassen usw. konnte nicht beobachtet werden. ..."